Zero Waste für Anfänger

Zero Waste – einfache tipps für den Alltag


Ein Alltag ohne Müll und ohne Plastik ist undenkbar und viel zu aufwendig. Man stellt sich das ganze viel schwieriger vor als es tatsächlich ist. Wir zeigen dir heute 9 Alternativen wie einfach Du weniger Plastik verwenden kannst, somit weniger Abfall produzierst.

Gründe für Zero Waste


Es gibt verschiedene Gründe für einen Zero Waste Lebensstil:

Der Umwelt zuliebe: Jedes Jahr tötet unser Müll in der Umwelt allein 100.000 Meeressäuger und 1.000.000 marine Vögel. Durch den Start in den Zero Waste Alltag rettest du also vielen Tieren das Leben. Die grossen Plastikmüllstrudel im Meer werden grösser und grösser und verteilen Krankheitserreger in der ganzen Welt. Wir müssen den Umgang gegenüber der Natur nochmal überdenken und respektvoll mit den Ressourcen umzugehen, die uns unser Planet zur Verfügung stellt.

Mikroplastik überall: Kunststoff ist ewig, da es nicht biologisch abbaubar ist. Jedes noch so kleine Stückchen Mikroplastik, das jemals produziert wurde, ist noch irgendwo auf dieser Welt. Fische fressen es und so landet es auch wieder bei uns auf dem Teller.

Müllexporte stoppen: Als Zero Waste Anfänger wirst du Teil der Problemlösung. Rund 60’000 Tonnen oder rund 8 Prozent des getrennt gesammelten Plastikabfalls exportiert die Schweiz ins Ausland. Doch leider haben wir keine Kontrolle darüber, was dort mit dem Müll passiert.

Weniger Abfall: Es ist Teil einer klugen und umweltbewussten Lebensweise, wenn man durch sein Verhalten möglichst wenig Müll zurücklässt. Die Müllreduzierung spart Kosten und Ressourcen bei der Entsorgung.

Es gibt noch viele mehr.

 

Grundtipps


 

  • Reduzieren: Viele Dinge in deinem Leben brauchst du gar nicht. Schaue einfach mal in deinen Kleiderschrank oder deine Schubladen. Ein minimalistischer Lebensstil spart Geld und macht glücklich.
  • Wiederverwenden: Ein Jutebeutel lässt sich ewig wiederverwenden, eine Plastiktüte nicht. Nutze solche Tipps und vermehrt Dinge zu nutzen, die sich für weniger Müll wiederverwenden lassen.
  • Recyceln: Du kannst nicht immer die Entstehung von Müll vermeiden. Wenn, dann solltest du ihn wenigstens korrekt entsorgen. 
  • Kompostieren: Du solltest dir einen Kompost im Garten anlegen und Biomüll kompostieren. Falls du keinen Garten hast, empfehle ich dir eine Wurmkiste für den Balkon oder die Wohnung.
  • Ausleihen: Neugekauftes ist meistens in Plastik verpackt und liegt manchmal nach einer Woche wieder in der berühmten Schublade. Leihe dir daher Dinge wie ein Longboard, eine Bohrmaschine oder einen Winkelschleifer einfach bei Nachbarn oder auf Leih-Portalen aus.
  • Reparieren: Deine Schuhsohle löst sich so langsam? Kein Problem, dafür gibts den Schuhmacher! Reparieren spart Geld und natürliche Ressourcen.
  • Ersetzen: Plastik-Strohhalme braucht die Welt nicht. Auch als Einsteiger kannst du sie z.B. durch Bambusstrohhalme oder Glasstrohhalme ersetzen.
  • Selber machen: Zahnpasta, Spülmittel, ja sogar Möbel kannst du selber machen. Schaue dir zum Beispiel Mal unseren selbst gebauten Esstisch aus alten Eichenbohlen an.
  • Zugehen: Fördere deinen Gemeinschaftssinn und teile überschüssige Lebensmittel oder Gegenstände wie eben Bohrmaschinen mit deinen Nachbarn. Du wirst dann auch irgendwann davon profitieren.
  • Umgestalten: Gehe aktiv auf Hersteller zu, die mit Produkten viel Müll produzieren. Erkläre z.B., dass es auch ohne Plastikfolie geht.

Du musst als Zero Waste Einsteiger nicht alle dieser Regeln sofort verinnerlichen. Doch sie sollten dir eine grosse Hilfe sein und langfristig Teil deiner Grundeinstellung werden.

 

Zero Waste Grundaustattung


 

1. Bambus-Zahnbürste statt Plastikbürste

Alle drei Monate sollen wir die Zahnbürste wechseln, so wird es oft empfohlen. Das sind jede Menge Bürsten, die auf dem Müll landen. Eine nachhaltige Alternative zu den Plastikbürsten sind Zahnbürsten aus dem schnell nachwachsenden Rohstoff Bambus. In der Regel ist zumindest der Griff der Bambuszahnbürsten kompostierbar. Die klimaneutrale Zahnbürste von Hydrophil ist eine tolle Alternative

 

2. Bienenwachstücher statt Alu Folie

Mit über 700 kg pro Person produziert die Schweiz viel zu viel Abfall. Einwegverpackungen machen etwa einen Drittel dieser Abfälle aus. Bienenwachstücher bewahren dein Sandwich für unterwegs sorgfältig auf, deckt deine Essensresten zu und hält Früchte, Gemüse, Käse und Brot frisch. Die Bienenwachstücher vom kleinen Berner Unternehmen Loggia16, aus Bio-Baumwolle und Schweizer Bio-Bienenwachs

 

3. Wattepads waschen statt wegwerfen

Viele Frauen benutzen täglich Wattepads, um sich abzuschminken. Diesen täglich anfallenden Müll im Badezimmer kannst Du mit Wattepads aus Stoff vermeiden – nach dem Waschen kannst Du sie einfach wiederverwenden. Wattepads aus Stoff kannst du entweder kaufen, oder einfach selber machen: Schnapp dir ausrangierte Handtücher oder Geschirrtücher und miss mit Hilfe eines Glases die Größe der Pads ab.

Schneide dann mit deiner Glas-Schablone kreisrunde Stücke aus dem Stoff. Lege den Stoff doppelt und nähe ihn entweder per Hand oder mit einer Nähmaschine zusammen. Ansonsten gibt es auch die schönen Abschminkpads von Lamazuna

 

4. Seife ohne Mikroplastik

Flüssiges Duschgel ist immer in Plastik verpackt. Ein besonderes Problem bei flüssigem Duschgel ist Mikroplastik. Dieses wird von vielen Duschgel Herstellern in die Produkte gemischt, damit sie eine „reinigerende Wirkung“ haben oder damit mehr Gewicht im Produkt ist. Durch das Grundwasser gelangt das Mikroplastik dann in den Ozean. Schätzungen zufolge gelangen jedes Jahr rund 1 Millionen Tonnen Mikroplastik ins Meer. 

Schone deinen Körper und benutze Feste Seifen oder Naturseifen. Sie kommt ohne Plastikverpackung aus und spart so unnötigen Plastikmüll. Zudem sind Haarseifen meist deutlich ergiebiger als Shampoos. Es gibt ein grosses Angebot an Naturkosmetik, man muss sein Lieblingsprodukt durch ausprobieren finden. Die festen Seifen von Hydrophil sind ICADA Naturkosmetik zertifiziert und ein Allrounder. Wenn feste Seifen nichts für dich sind, dann ist die Flüssigseife von Soeder sicherlich ein Versuch wert. Das kleine Schweizer Label stellt die Seifen in ihrer eigenen Produktionsstätte in Zürich her.

 

5. Leitungswasser statt teures Flaschenwasser

Wasser in Plastikflaschen verursacht unnötigen Müll und ist dazu noch wesentlich teurer als Leitungswasser. Hier sind unsere Tipps für mehr Leitungswasser im Alltag:

  1. Besorge dir für zu Hause einfache Glaskaraffen, in die du Leitungswasser abfüllst.
  2. Wer lieber Sprudelwasser trinkt, kann sich einen Wassersprudler besorgen.
  3. Fürs Büro und Unterwegs verwende einfach BPA-freie Trinkflaschen.
  4. Sage im Restaurant, dass du Leitungswasser trinken willst – und weise bei Problemen darauf hin, dass du es auch bezahlen wirst. 

Es gibt verschiedene Trinkflaschen für ein jeweiliges Einsatzgebiet. Bist Du ein Teetrinker oder doch nur Leitungswasser? Die Trinkflaschen von Equa werden in Europa hergestellt, zudem sind sie ästhetisch und auch funktional, es gibt Ausführungen, die Isolierend oder welche eher für den Sport sind. 

6. Stoffbeutel statt Plastiktütchen

Wer einen kleinen Stoffbeutel dabei hat, kann die leidigen Plastik- und Papiertüten für Brötchen, Obst und Gemüse im Laden lassen – und das funktioniert erstaunlich gut. Die GOTS zertifizierten Stoffbeutel von der dänischen Marke the organic company sind mit einem Kordel verschliessbar und deine Gipfeli’s oder dein Brot haben einen gesunden Unterschlupf. 🙂

 

7. Essen mitnehmen – im eigenen Gefäß

„Einmal zum Mitnehmen, bitte!“ Und schon haben wir eine große Styroporbox samt Alufolie vor uns stehen. Take-Away ist bequem, macht aber viel Müll. Bring deine eigene Bentobox ode Tupperware mit, somit kannst Du sehr viel Abfall sparen. Dein Lieblings Italiener oder Thailänder wird sich sicher darüber freuen.

 

8. waschbare Tücher

Niemand braucht diese ganzen Einmal-Tücher zum Putzen. Für praktisch alles kann man ganz normale Haushaltstücher oder Putztücher verwenden, die man nach Gebrauch in der Maschine waschen kann. Auch um Oberflächen feucht abzuwischen, können Spültücher genutzt werden, ebenso wie für das Spülen an sich. 

 

9. Rasur – traditionellerweise 

Vor 100 Jahren war es völlig normal sich mit einem Rasierhobel* zu rasieren. Heutzutage ist es normaler bunte gegenderte Plastik-Rasierer zu verwenden, die mit üppiger Verpackung verkauft werden. Rasierhobel gehen nie kaputt, der einzige Abfall sind die Klingen – Trotz der Umstellung, wirst Du dich schnell daran gewöhnen. Die Sicherheitsrasierer von Parker sind perfekt für Einsteiger.

Der einstieg in die Zero oder wie wir es auch gerne nennen Low Waste Lebensstil. Wenn Du versuchst nach und nach die Grundeinstellungen anzupassen, kannst Du dein Leben nachhaltiger gestalten.

We don’t need a handful of people doing zero waste perfectly. We need millions of people doing it imperfectly. – Anne Marie Bonneau

Uns ist das sehr wichtig, fange dort an bei dem es dir am leichtesten fällt. Mit kleinen Erfolgserlebnissen macht das viel mehr spass und Du kannst etwas mit Freude darüber erzählen, um deine Freunde zu inspirieren.

 

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