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Fashion Revolution

Immer mehr – immer schneller –  immer billiger


Fast Fashion, das ist Mode, die auf extrem schnellem Weg von der Konzeption in den Laden gelangt. Fast Fashion ist gezeichnet von Kleidungsstücken, die so günstig sind, dass man sie impulsmässig kauft. Wenn sie einem am Ende nicht richtig gefallen, werden sie weggeworfen. Waren ja nicht so teuer. Typische Anbieter von Fast Fashion sind Zara und H&M. Doch Fast Fashion hat auch seine Schattenseiten. Sie ist weder gut für die Umwelt noch die Menschen, die in den Fabriken arbeiten. Sie ist nur gut für die Konsumenten und die Firmen. Meist Frauen (80%) in armen Verhältnissen in Drittweltländern müssen in Textilfabriken arbeiten ohne jegliche Existenzmöglichkeiten. Sie arbeiten 10-13 Stunden pro Tag, 6-mal die Woche, 60-78 Stunden Arbeitsstunden wöchentlich. Trotzdem haben sie keine finanzielle Sicherheit. Täglich arbeiten sie unter katastrophalen gesundheitlichen Bedingungen, da oftmals bei günstiger Kleidung sehr giftige Stoffe eingesetzt werden. Moderne Sklaverei? Viele Erwachsene und Kinder arbeiten nicht, um sich ein neues Fahrrad oder ein Auto zu kaufen, sondern um zu überleben. Wir wissen das auch, aber nur weil wir nicht direkten Kontakt mit diesen Menschen bzw. Ihrer Situation haben, fühlen wir uns nicht verantwortlich dafür.

Beschleunigung statt entschleunigung


Bis zu 24 Kollektionen stellt Zara jährlich vor -> Alle 2 Wochen eine! Im Gegensatz zu Slow Fashion werden jährlich 2 Kollektionen vorgestellt, die Frühling/Sommer- und die Herbst/Winter- Kollektion. Tonnenweise werden jährlich Kleider weggeworfen und verbrannt. Das liegt an der Überproduktion der Kleidermarken. Bei so vielen Kollektionen gibt es keine Zeit, um die nicht verkauften Kleider zu verkaufen, es muss Platz für neue gemacht werden. Textilfabriken sind auf Hochtouren. Die Qualität der Kleider hat stark abgenommen, dadurch sind viele Altkleider nicht für den Wiederverkauf geeignet. Sie werden günstig nach Afrika verkauft, wo die Leute ihre Existenz auf Altkleider aufbauen. Viele Staaten haben den Import von Altkleidern beschränkt oder gar verboten, um ihre eigene Textilproduktion zu fördern. Recycling von Altkleidern ist schwierig aufgrund der Mischfasern, die vom Fast Fashion geprägt wurden, wie Polyester und Baumwolle. Diese Mischfaser kann man nicht voneinander trennen. Die Stoffe werden nicht wiederverwendet für neue Kleidung, kein Faser zu Faser Recycling. Oftmals werden die Kleider geschreddert und zu Putzlappen oder Füllstoffen verarbeitet.

Die Narbe der Fast Fashion Industrie


24. April 2013 wurden 1135 Menschen getötet und 2438 verletzt. Das neunstöckige Rana Plaza im Bangladesch war eingestürzt.  Grössenteils Textilarbeiter, obwohl mehrere Male auf die Risse in der Wand aufmerksam gemacht wurde, wurde nichts renoviert. Bis dann jede Hilfe zu spät kam. 32 Kleiderfirmen kamen mit dem Unglück in Verbindung, die ihre Kleider unter horrenden Arbeitsbedingungen im Rana Plaza produziert haben, darunter auch Zara. Dieser Tag war historisch, durch den Einsturz war jede Menge Aufmerksamkeit auf dieses Problem gerichtet und das hässliche Gesicht hinter der Maske der Textilindustrie kam hervor. Es wurden schon längst fällige Abkommen eingeführt, wie das Entschädigungsabkommen für Direktbetroffene oder das Gebäudesicherheitsabkommen für mehr Gebäude und Brandschutzsicherheit in der Textilindustrie von Bangladesh. chon traurig, dass es so viele Opfer braucht, um ein hässliches Geheimnis aufzudecken. Wie dreckig war denn die Arbeit wirklich?

Aus den Trümmern von Rana Plaza entstandene Gegenbewegung – Slow Fashion


Slow Fashion will Mode „entschleunigen“. Das heißt einerseits: die Produktion verlangsamen, um so die Arbeitsbedingungen der Näherinnen zu verbessern, Transparenz im Produktionsprozess zu ermöglichen und schließlich nachhaltigeres Konsumverhalten zu ermöglichen. Andererseits will Slow Fashion einen Bewusstseinswandel im Umgang mit Mode bei uns Verbrauchern herbeiführen. Statt ständig neue und oft billige Klamotten zu kaufen sollten wir demnach lernen, Qualität wertzuschätzen und Verantwortung gegenüber Menschen und Umwelt zu übernehmen, indem wir unser Konsumverhalten ändern. Verantwortung und Respekt gegenüber Menschen und Umwelt Im Vergleich zu früher gibt es viel mehr Bioläden. Die Sensibilisierung hat stattgefunden dazu gehören besonders frische, regionale, nachhaltige, biologisch erzeugte, fair gehandelte, vegetarische und vegane Lebensmittel. Dieser Trend überwindet die angebliche Geiz-ist-geil-Orientierung der Konsumenten. Dasselbe kann man auch in der Kleider Industrie beobachten Die Slow Fashion Szene ist noch in kleinen Schuhen, die stetig wächst. Die Mode war bzw. ist ein Ausdruck, die Offenbahrung seiner direkten Gefühlen und Intentionen. Heute kauft man ein Kleidungsstück durch reinen Impuls. Es werden immer weniger Lieblingskleider gekauft. Nachaltige Mode setzt komplett andere Kriterien, welche im Einklang mit dem “Ich” und der Umwelt sind. Es ist nicht einfach ein Stück Stoff, der gekauft wird, nämlich eine komplette Idee. Wenn man das Kleidungsstück anzieht weiss man, was dahinter steckt. Die Arbeiter können ein normales Leben führen, Kinder können zur Schule, der Stoff wurde nicht mit Chemie überschüttet, die Natur wurde geschont, dadurch mussten auch keine Tiere Leiden. Slow Fashion will, dass du hinterfragst, was alles hinter diesem Pulli steckt. Stell immer die Frage #whomademyclothes

Was bedeutet fair?


Das bedeutet, dass jeder einzelne Mensch in der Produktionskette gleich wichtig ist. Meist in kleinen Manufakturen oder grössere Betrieben, die aber jeweils zertifiziert sind zum Beispiel GOTS zertifiziert Es gelten wichtige Arbeitsstandards
  • Faire Löhne: Die Angestellten haben feste Arbeitsverträge. Sie erhalten eine faire Entlohnung, welche immer pünktlich ausgezahlt wird. Ausserdem haben sich recht auf Tarifverhandlungen und Gewerkschaften
  • Angemessene Arbeitszeiten: Die Frauen arbeiten in einer 5 Tage Woche, es gibt zudem keine unverhältnismässigen Überstunden. Ein strukturierter Arbeitstag mit regelmässigen festgelegten Pausenzeiten. Anrecht auf Genügend Ferien haben sich auch.
  • Krankenversicherung: Alle Angestellten sind krankenversichert und erhalten im Krankheitsfall trotzdem einen Lohn ausbezahlt.
  • Verbot von Kinderarbeit: In den Betrieben gibt es keinerlei Kinderarbeit, ausnahmslos!
  • Arbeitsschutz: Die Frauen müssen nicht mit gesundheitsschädlichen Chemikalien arbeiten. Ausserdem wird ausreichend Schutzkleidung zur Verfügung gestellt. Es gibt regelmässige Evakuierungsübungen, geprüfte Feuerschutzmaßnahmen und ausreichend Fluchtwege.
  • Schutz vor Diskriminierung: Diskriminierung wird in keinerlei Form geduldet. Eine offene Unternehmenskommunikation und ein Beschwerdesystem sollen die Angestellten zusätzlich schützen.
  • Mutterschutz: Wenn eine Frau schwanger wird, darf sie nicht gekündigt werden. Die Betriebe halten sich an alle gesetzlichen Regelungen zum Mutterschutz.

Der bewusste Konsum


Es besteht eine komplett andere Unternehmensform, weil es nicht nur um den Wirtschaftlichen Erfolg geht, sondern die Waage zwischen Wirtschaft Umwelt und soziales zu bewahren. Das ist auch der Grund warum, den Konsumenten so eine Macht zugesprochen wird. Du wählst, was und wen unterstützen möchtest. Bei Slow Fashion geht es um den bewussten Konsum.
  1. Die erste Frage, die wir uns stellen müssen, ist: Brauche ich das wirklich? Fast Fashion hat uns konditioniert Impulskäufe zu tätigen. Zum Beispiel wenn ein T-Shirt sehr günstig ist verfallen wir in einen Zustand, in welchem das Glückshormon „Dopamin“ ausgeschüttet wird, dabei wird unser Urteilsvermögen geschwächt.
  2. Du gehst an eine Hochzeit und brauchst ein schönes Kleid? Leih es dir von jemandem. Du sparst Geld.
  3. Schweizer werfen durchschnittlich 7Kg in die Altkleidersammlung. Unter Umständen landen diese Kleider in einem Secondhandshop. Kleider, die schonmal getragen wurden, aber in gutem Zustand sind. Wieso sollten die denn nicht mehr getragen werden? Eine sehr gute Ökobilanz, da keine zusätzliche Kleidung mehr hergestellt werden muss.
  4. Slow Fashion > Fast Fashion. Kaufe Kleider von verantwortungsbewussten Marken, die faire Löhne bezahlen und nachhaltige Materialien benützen. Jede Quittung ist ein Stimmzettel, mit dem wir gute Marken oder schlechte Marken unterstützen
  5. Kaufe keine neuen Kleider, wenn du sie flicken kannst. Es ist schade für deinen Lieblingspulli, wenn du ihn wegschmeissen musst.
  6. Mache aus altem etwas Neues. Mach aus deiner alten Hose einen Beutel, lass deiner Kreativität freien Lauf.
Wenn Du noch mehr zu diesem Thema erfahren willst, dann musst Du dir den Dokumentationsfilm anschauen. Er verschaft einen guten Einblick in die Modewelt hinter der grossen Fast Fashion Ketten.

Bevor man seinen Bedürfnissen denn Vorrang lässt, sollte man zuerst an andere & die Umwelt denken.

envica
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