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Slow & Fast Fashion

Umso schneller, desto besser


Wir leben in einem rasanten & hektischen Alltag. In einer sogenannten “Fast Society“. Unsere heutige Gesellschaft wurde durch das Treffen von schnellen Entscheidungen geprägt. Das beste Beispiel: Fast Food. Es bleibt nicht einmal mehr die Zeit zum Kochen. “Schnell ins McDonalds, einen Burger essen und zum nächsten Termin“.  Wir verschwenden keine Gedanken, was eigentlich im Burger drin ist oder welche Nahrung wir unserem Körper geben. 

Dasselbe Phänomen lässt sich im Bereich der Mode beobachten. Die sogenannte “Fast Fashion“. Bis zu 24 verschiedene Kollektionen werden jährlich präsentiert. Jeder will die neusten Trends, aber für einen geringen Preis. Dies machen grosse und kleine Modelabels. Um diese Voraussetzungen erfüllen zu können, müsste viel verändert werden gegenüber der herkömmlichen Kleiderproduktion. Wo es früher noch zwei bis drei Monate gedauert hat, bis ein Produkt an den Kunden ging, dauert es heutzutage laut der Wirtschaftsprüfergesellschaft KPMG nur noch zwischen 12 und 15 Tagen. Bei dieser Geschwindigkeit und diesen Preisen wird auch das Bewusstsein verloren gehen. Die Fragen wie, wo oder unter welchen Bedienungen das T-Shirt produziert wurde, werden nicht mehr gestellt. Wenn man für einen kurzen Moment dem Kaufrausch entkommt, in Ruhe das Kleidungsetikett und den Preis anschaut, wird einem schnell klar, dass eine faire und nachhaltige Produktion unter diesen Umständen nicht möglich ist.

Tonnenweise werden jährlich Kleider weggeworfen und verbrannt. Das liegt an der Überproduktion der Kleidermarken. Bei so vielen Kollektionen gibt es keine Zeit, um die nicht verkauften Kleider zu verkaufen, es muss Platz für neue gemacht werden. Textilfabriken sind auf Hochtouren. Die Qualität der Kleider hat stark abgenommen, dadurch sind viele Altkleider nicht für den Wiederverkauf geeignet. Sie werden günstig nach Afrika verkauft, wo die Leute ihre Existenz auf Altkleidern aufbauen. Viele Staaten haben den Import von Altkleidern beschränkt oder gar verboten, um ihre eigene Textilproduktion zu fördern. Recycling von Altkleidern ist schwierig aufgrund von Mischfasern, die durch “Fast Fashion“ geprägt wurden. Sie bestehen z.B. aus Polyester und Baumwolle. Diese Mischfasern kann man nicht voneinander trennen. Die Stoffe werden nicht wiederverwendet für neue Kleidung oder Faserrecycling. Oftmals werden die Kleider geschreddert und zu Putzlappen oder Füllstoffen verarbeitet.

Meist Frauen (80%) aus Drittweltländern in armen Verhältnissen müssen in den Textilfabriken arbeiten. Ohne jegliche Existenzmöglichkeit oder Garantien.

Sie arbeiten 10-13 Stunden pro Tag, 6-mal die Woche, 60-78 Arbeitsstunden wöchentlich. Trotzdem haben sie keine finanzielle Sicherheit. Täglich arbeiten sie unter katastrophalen gesundheitlichen Bedingungen, da oftmals bei günstiger Kleidung sehr giftige Stoffe eingesetzt werden.

Der Schlüssel, um diesem Trend entgegenzuwirken?

Als Erstes muss ein Umdenken unseres Konsumverhaltens stattfinden. Dann müssen wir uns bewusst werden, dass die Konsumenten die Wirtschaft lenken. Wir entscheiden, welche Marken wir unterstützen! Indem wir uns für nachhaltige Brands entscheiden, werden diese weiter produzieren können und einen positiven Einfluss auf die Kleiderbranche haben. Am 24. April 2013 wurden 1135 Menschen getötet und 2438 Menschen verletzt. Das neunstöckige Rana Plaza war eingestürzt. Grössenteils Textilarbeiter sind dabei ums Leben gekommen. Obwohl mehrere Male auf die Risse in der Wand aufmerksam gemacht wurde, wurde nicht renoviert. Bis dann jede Hilfe zu spät kam. 32 Kleiderfirmen kamen mit dem Unglück in Verbindung. Sie haben ihre Kleidung unter horrenden Arbeitsbedingungen im Rana Plaza produzierten lassen, darunter auch sehr bekannte Modebrands. Das war das erste Mal, dass die Kleiderbranche in ein schlechtes Licht gerückt wurde. Aus den Trümmern des Rana Plaza entstand dann…

Slow Fashion

Slow Fashion will Mode „entschleunigen“. Das heißt einerseits: die Produktion verlangsamen, um so die Arbeitsbedingungen der Näherinnen zu verbessern, Transparenz im Produktionsprozess und schließlich nachhaltigeres Konsumverhalten zu ermöglichen.
Andererseits will “Slow Fashion“ einen Bewusstseinswandel im Umgang mit Mode bei uns Verbrauchern herbeiführen. Statt ständig neue und oft billige Klamotten zu kaufen, sollten wir demnach lernen, Qualität wertzuschätzen und Verantwortung gegenüber den Menschen und der Umwelt zu übernehmen, indem wir unser Konsumverhalten ändern. 

Es geht darum, Bewusstsein und Veränderung zu schaffen. Zum Beispiel faire Arbeitsbedingungen: 5 Tage die Woche von 08:00-16:00 und eine faire Entlöhnung. Bei den Materialien wird beachtet, dass sie unter strengen ökologischen Richtlinien angebaut werden. Das heisst: keine Verwendung von chemischen Pestiziden oder Düngemitteln beim Anbau der Pflanzen und keine Verwendung von Giftstoffen bei der weiteren Bearbeitung der Stoffe. Ein weiteres wichtiges Ziel von “Slow Fashion“ ist langlebige Kleidungsstücke herzustellen. Auf den ersten Blick ist es schwierig von “Fast Fashion“ auf “Slow Fashion“ umzusteigen, denn 30CHF mehr für ein T-Shirt auszugeben erscheint im ersten Moment viel zu sein. Du solltest dir Gedanken machen beim Einkauf, es geht darum Bewusstsein zu schaffen, damit du Kleider kaufst, die du dann wirklich anziehen wirst. Ausserdem ist “Slow Fashion“ Mode oft sehr zeitlos und gut kombinierbar, was zusammen mit der Langlebigkeit dazu führt, dass man die Kleidungsstücke im Schnitt viel länger trägt. „Slow Fashion“ ist nicht = „Fair Fashion“. „Fair Fashion“ ist Teil dieser Bewegung, aber im Kern geht es um eine Umstellung im Denken und im persönlichen Umgang mit Kleidung: nicht jedem Trend hinterherzurennen, sondern die einzelnen Teile, die man besitzt, wertzuschätzen und nur mit Bedacht neue Teile einzukaufen. Denn Wertschätzung für das einzelne Teil bedeutet Wertschätzung für /diejenige, der/die es genäht hat.

Die Brands bei envica erfüllen alle diese oben aufgeführten Kriterien. Sie werden zuverlässig und kritisch ausgesucht, um so transparente und langlebige Kleider anbieten zu können.

Nachhaltige Mode = Ökomode?

Bei fairer und nachhaltiger Mode denkt man nicht mehr an Ökomode oder Hippiekleidung. Nachhaltige Kleidung ist im Streetstyle angekommen. Schlussendlich, wenn man weiss woher der Stoff ist, den man auf der Haut trägt, ist das ein sehr schönes Gefühl.

Das bewusste Einkaufen ist der Weg zum nachhaltigen Konsum. Kleider, die mit Bedacht gekauft werden, können eher zu einem Lieblingskleidungsstück werden.

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